Anton Kannemeyer: The Liberals

Seit letzter Woche zeigt Kapstadts herausragende Michael-Stevenson-Galerie zwei Künstler, die sich auf ganz unterschiedliche Art mit Rassen- und Geschlechterfragen auseinandersetzen. Beide für sich sind bemerkenswerte Künstler, beide rütteln auf ganz unterschiedliche Weise an den Tabus der südafrikanischen Gesellschaft. Es spricht sehr für die Galerie und ihre Ausstellungmacher, dass sie beide Künstler zeitgleich gegenüberstellen: Es erlaubt dem Besucher einen fast kaleidoskophaften Blick auf die aktuellen Race- und Gender-Debatten am Kap.

Zanele Muholi: Caitlin and I

Die Fotografin Zanele Muholi erlangte in Südafrika vor ein paar Wochen ungewollt Berühmtheit, als Read the rest of this entry »

Frauen protestieren gestern vor dem Gerichtsgebäude

Die am Freitag vermutlich aus Hassmotiven vergewaltigte Millicent ist aus dem Krankenhaus entlassen, in das man sie am Montagabend wegen starker Blutungen verlegen musste. Es geht ihr den Umständen entsprechend gut. Ihr Vergewaltiger sitzt hinter Gittern. Das Gericht für Sexualstraftaten (Sexual Offences Court) im Stadtteil Wynberg hat am Dienstag seine erste Anhörung vertagt. Auf den 13. April

Die rund 50 Frauen und die wenigen Männer, die seit zwei Stunden vor dem Gerichtsgebäude ausharren, macht die Nachricht nicht wirklich glücklich, aber Read the rest of this entry »

 

Millicent Gaika (30) überlebte die Vergewaltigung von Freitagnacht mit schweren Verletzungen

 

Ihr einziger Fehler war es, den Nachbarn von Freunden um Feuer zu fragen. Ihr Vergewaltiger Nqinqo K. zog Millicent Gaika (30) in seine Hütte und ein fünfstündiges Martyrium begann. Nqinqo war für die junge Frau kein Unbekannter. Schon oft Read the rest of this entry »

Eine mutige Frau kämpft in einem Kapstädter Vorort gegen die allgegenwärtige Gewalt

Ndumie Funda (re.) mit Freundin Thembie Foto: (c) Alexander Groves

Ndumie Funda lebt mit ihrer Freundin Thembie in einer 10-Quadratmeter großen Bretterbude in Nyanga. Die windschiefe Konstruktion steht im Vorgarten eines winzigen Hauses, in dem gleich zwei Familien wohnen. Der Weg zur einzigen Toilette, im Hinterhof, führt durchs Wohnzimmer.

In der Baracke selbst ist es aufgeräumt und überraschend gemütlich. Die eine Hälfte des Raums nimmt ein Bett ein, groß genug für die beiden stämmigen Frauen, die hier zusammen schlafen. In der Ecke flimmert ein Computerbildschirm, auch einen Fernseher gibt es und einen Kühlschrank mit Eisfach. In einer kleinen Boombox dreht sich eine Gospel-CD. Die Besuchercouch ist ausziehbar. Hier bietet Ndumie bedrohten lesbischen Frauen Übernachtung und Schutz an.

Der ist auch bitter nötig. 2005 starb die erste Read the rest of this entry »

Wer aus einer europäischen Kulturmetropole nach Kapstadt zieht, der muss sich an eines erst gewöhnen: das doch recht bescheidene Angebot an Theater, Kunst und Film. Umso wichtiger werden die zahlreichen Festivals, die einem das Gefühl vermitteln, mit dem Rest der Welt “da oben” wieder in Kontakt zu treten. Das Cape Winelands Film Festival gehört zu den wichtigeren und spannenderen. Bis zum 27.3. zollen die Macher unter anderem dem britischen Filmemacher Terence Davis und dem Franzosen Alain Resnais Tribut. Ich freue mich aber auch auf ein paar Filme aus Südafrika. “I now pronounce you black and white” über eine der immer noch sehr seltenen Ehen zwischen Schwarz und Weiß zum Beispiel oder das Apartheid-Drama “Master Harold and the Boys” Als schwuler Mann bin ich natürlich auch gespannt auf “Eyes Wide Open”, die homoerotische Liebesgeschichte aud der ultra-orthodoxen jüdischen Gesellschaft. Das Festival geht noch bis kommenden Samstag in den Kapstädter Labia-Kinos, dem Amphitheater der Spiers Winery und im Filmsaal der örtlichen Medienschule CityVarsity.

200 Südafrikaner prostestieren gegen Todesstrafe in Uganda

Knapp zweihundert Menschen aller Rassen haben am Freitag nachmittag vor dem Parlament in Kapstadt für die Rechte von Schwulen und Lesben in Uganda und anderswo in Afrika demonstriert. Der Protest richtete sich vor allem gegen ein in Uganda geplantes Gesetz, das homosexuelle Handlungen zum Teil mit dem Tod bedroht.. Die Demonstranten forderten außerdem den südafrikanischen Präsidenten Jacob Zuma auf, den offen homophoben Ex-Journalisten Jon Qwelane auf keinen Fall wie geplant zum nächsten Botschafter Südafrikas in Uganda zu machen. Spekulationen über Qwelanes Berufung haben in Südafrika in den vergangenen Wochen eine Kontroverse ausgelöst. Eine Zeitung schrieb, Qwelane zum Botschafter in Uganda zu bestellen sei, als würde man Goebbels zum Botschafter in Israel ernennen. Auf dem Protest sprach auch der Dean der anglikanischen St. Georges Kathedrale in Kapstadt. Smith sagte, er sei niacht als schwuler Mann gekommen, sondern als Bürger Südafrikas, dessen Verfassung die Grundrechte auch für die LGBT-Community garantiere. Qwelane repräsentiere diese Verfassung nicht, und  sei damit für diesen Posten nicht tragbar.