In Midrand bei Johannesburg boomt die IT-Branche und Südafrikas Völkergemisch arbeitet tüchtig an der Verwirklichung eines „African Dream“

Siemens-Zentrale in Midrand

„Vor fünfzehn Jahren,“ sagt Franz Hermanns und holt zu einer weiten Geste aus, „gab es hier in Midrand nichts als Felder, Wiesen und Pferde!“ Damals beknieten die Behörden seinen Partner und ihn, einen Teil der alten Farm Randjesfontein zu übernehmen und darauf ein Gästehaus zu errichten. Die Baugenehmigung kam hinterher.

Nicht Touristen hatten die beiden gemütlichen Aachener im Sinn, als sie ihre Guinea Lodge eröffneten: Ihre Kunden sind Geschäftsleute aus Europa, die wenigstens abends am Pool ein klein wenig Safari-Gefühl mit Blick auf strohgedeckte Dächer genießen wollen.  Denn wer heute von Randjesfontein über die sanften Hügel Midrands schaut, Read the rest of this entry »

Südafrikas staatliche Feiertage lesen sich, als seien sie auf einem Parteitag der Grünen beschlossen worden: Es gibt den Tag der Jugend, den nationalen Frauentag, den Tag der Versöhnung, den Tag der Freiheit, den Tag des (kulturellen) Erbes und den Tag der Menschenrechte, den 21. März.

Sharpeville, heute vor 50 Jahren

Heute vor genau 50 Jahren hatte der Panafrikanische Kongress, eine Gruppe, die aus dem ANC hervorgegangen war, in Sharpeville zu einem friedlichen Protest gegen die diskriminierenden Passgesetze des Apartheidstaats aufgerufen.Viele tausend Bewohner des südlich von Johannesburg gelegenen Townships folgten dem Aufruf und verbrannten öffentlich ihre Pässe – die Polizei schoss in die Menge. Am Abend des 21. März 1960 lagen 69 Schwarze erschossen auf der Straße, Read the rest of this entry »

Makarapas in der Mache

Bei Grant Nicholls geht es derzeit drunter und drüber. Sein ganzes Haus hat sich in eine Makarapa-Fabrik verwandelt: Die Fan-Helme stehen zum Trocknen am Pool, in der Garage, im Büro und auf dem Rasen. 17 Helfer schneiden, pinseln und kleben 500 Makarapa-Helme im Monat. Doch für den Marketing-Fachmann aus Johannesburg ist das erst der Anfang. 40.000 sollen es werden, bis die Weltmeisterschaft beginnt.

Nicholls’ Geschichte mit den bunt verzierten Helmen begann vor 15 Jahren. Damals lernte er als Sponsorship-Manager der Firma Total einen einfachen Mann aus einer Wellblechsiedlung bei Soweto kennen: Alfred Baloyi, den seine Freunde Lux nennen. Lux versorgte die Fans der Kaizer Chiefs, des von Total gesponsorten Fußballclubs von Soweto, mit eben jenen Makarapa. In seiner kleinen Hütte schnitzte er Figuren aus Bauhelmen heraus, klappte sie hoch, klebte Fähnchen an und bemalte sie in den Farben des Clubs. Jeder Helm ein Unikat. Die Nachfrage: groß.

Auf die Idee mit den Makarapa war Alfred Baloyi schon 1979 gekommen. Im Stadion von Soweto ging es in jenen Tagen wild zu. Oft musste Baloyi mit ansehen, wie Fans von Bierflaschen getroffen wurden. Read the rest of this entry »