Wer aus einer europäischen Kulturmetropole nach Kapstadt zieht, der muss sich an eines erst gewöhnen: das doch recht bescheidene Angebot an Theater, Kunst und Film. Umso wichtiger werden die zahlreichen Festivals, die einem das Gefühl vermitteln, mit dem Rest der Welt “da oben” wieder in Kontakt zu treten. Das Cape Winelands Film Festival gehört zu den wichtigeren und spannenderen. Bis zum 27.3. zollen die Macher unter anderem dem britischen Filmemacher Terence Davis und dem Franzosen Alain Resnais Tribut. Ich freue mich aber auch auf ein paar Filme aus Südafrika. “I now pronounce you black and white” über eine der immer noch sehr seltenen Ehen zwischen Schwarz und Weiß zum Beispiel oder das Apartheid-Drama “Master Harold and the Boys” Als schwuler Mann bin ich natürlich auch gespannt auf “Eyes Wide Open”, die homoerotische Liebesgeschichte aud der ultra-orthodoxen jüdischen Gesellschaft. Das Festival geht noch bis kommenden Samstag in den Kapstädter Labia-Kinos, dem Amphitheater der Spiers Winery und im Filmsaal der örtlichen Medienschule CityVarsity.