In Midrand bei Johannesburg boomt die IT-Branche und Südafrikas Völkergemisch arbeitet tüchtig an der Verwirklichung eines „African Dream“

Siemens-Zentrale in Midrand

„Vor fünfzehn Jahren,“ sagt Franz Hermanns und holt zu einer weiten Geste aus, „gab es hier in Midrand nichts als Felder, Wiesen und Pferde!“ Damals beknieten die Behörden seinen Partner und ihn, einen Teil der alten Farm Randjesfontein zu übernehmen und darauf ein Gästehaus zu errichten. Die Baugenehmigung kam hinterher.

Nicht Touristen hatten die beiden gemütlichen Aachener im Sinn, als sie ihre Guinea Lodge eröffneten: Ihre Kunden sind Geschäftsleute aus Europa, die wenigstens abends am Pool ein klein wenig Safari-Gefühl mit Blick auf strohgedeckte Dächer genießen wollen.  Denn wer heute von Randjesfontein über die sanften Hügel Midrands schaut, Read the rest of this entry »

In Los Angeles, Kalifornien (In’N'Out)

Kunde: Ich hätte gerne einen Hamburger ohne Brötchen.

Bedienung: Oh, du isst ihn lieber Protein-Style? Kein Problem!

Hamburger kommt in ein großes Blatt Eisbergsalat gewickelt.





In Kapstadt, Südafrika (Hudsons)

Kunde: Ich hätte gerne einen Hamburger ohne Brötchen.

Bedienung: Wir haben auch glutenfreie Maisbrötchen, wenn du die magst.

Hamburger kommt in glutenfreiem Brötchen.





In Berlin, Deutschland (Burgermeister)

Kunde: Ich hätte gerne einen Hamburger ohne Brötchen.

Bedienung: Dit is ja denn wohl keen Hamburger mehr, wa?

Hamburger kommt ohne Brötchen und ohne Besteck.

Auf ihrem Kapstädter Gelände feierten die Grand-Daddy-Leute inen Tag der offenen Tür. ein paar fotografische Eindrücke: Read the rest of this entry »

Der Kapstadtreporter hat die letzten Tage ein wenig entspannt, ein paar Fahrten in die Umgebung unternommen und dabei viel guten Wein probiert. Die Tropfen vom Kap sind natürlich schon lange kein Geheimtipp mehr – und doch es gibt immer wieder Neues zu entdecken. Quoin Rock zum Beispiel. Ein Teil des ehemaligen Weinguts Knorhoek, abseits der großen Routen an den Hängen des Simonsbergs bei Stellenbosch gelegen, war 1998 an die Caledonia Wine Farm (Pty) Ltd verkauft worden, seit dem Jahr 2000 wurden die alten, virus-infizierten Weinstöcke durch neue Anpflanzungen, vor allem von Cabernet Sauvignon, Shiraz, Viognier, Merlot, Cabernet Franc, Mouvedre and Sauvignon Blanc ersetzt.

Carl van der Merwe gehört zu einer jungen Generation südafrikanischer Weinmacher, er setzt darauf, Read the rest of this entry »

Zu den schrägsten Sehenswürdigkeiten Kapstadts gehört seit rund zwei Jahren das Dach des Grand Daddy. Damals hatten Jody Aufrichtig und Nick Ferguson die genial durchgeknallte Idee, einen Haufen amerikanischer Airstream-Wohnwagen auf ihr Hotel zu setzen und sie von lokalen Künstlern gestalten zu lassen. Herausgekommen ist ein urbaner Penthouse-Traum.

"Love of Lace“, der Airstream der Künstlerin Tracy Linch von innen

So schuf zum Beispiel Read the rest of this entry »

Mzoli's: Metzgerei, Resaturant, Bar und Club in einem

Metzgerei, Restaurant, Bar und Club in einem

Über allem hängt der Geruch von verbranntem Fett. In dicken Schwaden zieht der Rauch aus Mzoli’s Grillküche durch die offenen Türen und durch jede Ritze in der Wand, wälzt sich über die Menschenmassen, verfängt sich unter den grünen Zeltdächern der Terrasse, wo sie zu Hunderten sitzen, schwitzen, schnattern, in Schweinerippchen und Lammkoteletts beißen, lachen, über die Tische rufen und sich die Tränen aus den Augen wischen. Heiß ist es, 30 Grad im Schatten, heißer noch unter den Planen, doch wenigstens ist man hier vor der Sonne geschützt.

Wo immer im Gedränge Read the rest of this entry »

Fast drei Millionen Zugriffe: Die Antwoord machen Hip-Hop auf Afrikaans. Mehr dazu im untenstehenden Artikel: Die Afrikaaner-Krise!

Zu den interessanteren Filmen des Cape Wineland Filmfestival, das noch bis Samstag läuft, gehört die Dokumentation “Afrikaner, Afrikaan” der jungen Filmemacherin Rina Jooste. Der Film untersucht die Identitätskrise der ehemals herrschenden Ethnie des Landes anhand ihrer Musik. Buren-Musik als Ausdruck der Sehnsucht nach einer untergegangenen Welt einerseits, Afrikaaner-Rock als Ausdruck eines unbändigen Drangs nach Rebellion gegen das enge Buren-Korsett aus Rassismus und Calvinismus andererseits.

Afrikaaner-Kommando aus dem Burenkrieg

Als ich nach Südafrika kam, war das letzte, was mich interessierte die Buren. Viel zu spannend der Blick auf all die fremden, schwarzafrikanischen Kulturen. Doch je länger ich hier lebe, umso mehr faszinieren mich die rund 3 Millionen Nachfahren dieser holländischen, deutschen, skandinavischen und französischen Siedler, die irgendwann im 18 . Jahrhundert beschlossen, künftig nicht mehr Europäer zu sein, sondern Afrikaner.

Zunächst schien der Fall für mich klar: Ein Volk rückständiger Rassisten, von der unterdrückten Read the rest of this entry »

Vom ANC lernen, heißt siegen lernen: Zwischen  Kap und Limpopo wird der gemeine Arbeiter seit dem demokratischen Umbruch von 1994 nicht länger um verdientes Nichtstun gebracht, nur weil ein staatlicher Feiertag auf einen christlichen Sonntag fällt. Die Rainbownation hat dann eben montags frei. Guter Grund die Metropole am Kap mal für einen kleinen Ausflug zu verlassen.

Evitas Bahnhof in Darling

Die Wahl fällt auf Darling. Das sympathische Nest mit der typisch südafrikanischen Dreifaltigkeit (Kirche, Tankstelle, Liquorstore) im Ortszentrum, liegt
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Makarapas in der Mache

Bei Grant Nicholls geht es derzeit drunter und drüber. Sein ganzes Haus hat sich in eine Makarapa-Fabrik verwandelt: Die Fan-Helme stehen zum Trocknen am Pool, in der Garage, im Büro und auf dem Rasen. 17 Helfer schneiden, pinseln und kleben 500 Makarapa-Helme im Monat. Doch für den Marketing-Fachmann aus Johannesburg ist das erst der Anfang. 40.000 sollen es werden, bis die Weltmeisterschaft beginnt.

Nicholls’ Geschichte mit den bunt verzierten Helmen begann vor 15 Jahren. Damals lernte er als Sponsorship-Manager der Firma Total einen einfachen Mann aus einer Wellblechsiedlung bei Soweto kennen: Alfred Baloyi, den seine Freunde Lux nennen. Lux versorgte die Fans der Kaizer Chiefs, des von Total gesponsorten Fußballclubs von Soweto, mit eben jenen Makarapa. In seiner kleinen Hütte schnitzte er Figuren aus Bauhelmen heraus, klappte sie hoch, klebte Fähnchen an und bemalte sie in den Farben des Clubs. Jeder Helm ein Unikat. Die Nachfrage: groß.

Auf die Idee mit den Makarapa war Alfred Baloyi schon 1979 gekommen. Im Stadion von Soweto ging es in jenen Tagen wild zu. Oft musste Baloyi mit ansehen, wie Fans von Bierflaschen getroffen wurden. Read the rest of this entry »